10 wichtige Tipps zum Umgang mit dem Jobcenter (Heute:1/10)

Fast täglich haben wir das Problem, dass Mandaten nicht nachweisen können, eine bestimmte Unterlage (beispielsweise Kontoauszüge oder einen Mietvertrag) beim Jobcenter rechtzeitig eingereicht zu haben. Und leider gehen im Jobcenter oder unterwegs sehr viele Unterlagen verloren. Oftmals ist diese Kleinigkeit das größte Problem!

Wenn wir als Anwälte nicht nachweisen können, dass Sie die Unterlagen abgegeben haben, sieht es meistens schlecht aus. Dies gilt bswp. für Gehaltsnachweise u.ä.. Oftmals müssen Sie dann länger auf Leistung warten, die Sie in der Regel dringend benötigen, oder sogar ganz auf diese verzichten.
Dies ist umso bedauerlicher, als es an sich ganz einfach ist, dieses Problem zu lösen:

  • Geben Sie die Unterlagen möglichst direkt vor Ort ab und lassen sich den Empfang schriftlich quittieren. Sie können die abgegebenen Schreiben kurz aufschreiben und sich quittieren lassen. Auf Wunsch können wir Ihnen ein Musterformular zusenden. Einfach eine Email an info@sozialerechte.deschicken.
  • Auch hilfreich ist, wenn jemand, der nicht in Ihrer Bedarfsgemeinschaft lebt, also ein Freund oder ein Bekannter oder ein sonstiges Familienmitglied, Sie bei der Abgabe der Unterlagen begleitet.
  • Können Sie nicht direkt vor Ort erscheinen, gilt: Faxen Sie die Unterlagen und heben den Fax-Sendebericht gut auf. Dies ist zwar nach ständiger Rechtsprechung des Bundessozialgerichtes keine Garantie für einen Nachweis, reicht aber in der Praxis in der Regel aus.
  • Ganz sicher ist natürlich ein Versand per Einschreiben (allerdings kostet dies extra und dauert länger). Um ganz sicher zu gehen, sollten Sie den Brief vor einem Zeugen verschließen und absenden.
  • Verbreiteter IRRTUM: Ein einfacher Brief reicht aus. Das ist falsch – Sie können im Streitfall nicht beweisen, dass der Brief auch beim Jobcenter angekommen ist.

Weitere Tipps:

  • Machen Sie sich immer eine Kopie des abgegebenen Schreibens – für Ihre eigenen Unterlagen und den Anwalt.
  • Sortieren Sie in einem eigenen Ordner alle Bescheide und Schreiben der Reihe nach und heben Sie diese auf. Glauben Sie uns: Das spart im Streitfall bares Geld.

Lesen Sie in Kürze Teil 2 (2/10):  Sich richtig wehren? Was mache ich, wenn ich mich ungerecht behandelt fühle und mein Antrag nicht bearbeitet wird oder mündlich abgelehnt wird?