10 wichtige Tipps zum Umgang mit dem Jobcenter (2/10)

Häufig stellen und die Mandanten folgende Frage:

Was mache ich, wenn ich mich ungerecht behandelt fühle und mein Antrag nicht bearbeitet wird oder mündlich abgelehnt wird?

Oftmals haben wir als Anwälte das Gefühl, dass die Mandanten resignieren, einfach wegen der schieren Übermacht des Jobcenters.

Schnell kommen dann Gedanken bei den Mandanten:

  • „Widerspruch einlegen – bringt doch eh nichts“
  • „ich verstehe das alles überhaupt nicht – jeden Monat bekommen wir unterschiedlich viel Geld“
  • „Ich will lieber keinen Ärger mit dem Jobcenter. Wenn ich beim Jobcenter Widerspruch einlege oder Klage, dann machen die mir das Leben schwer“

Wir können das zum Teil verstehen. Dennoch: nur wer sich wehrt, bekommt in der Regel das Geld, dass ihm gesetzlich zusteht.

Tipps:

  • Reichen Sie Widerspruch ein, wenn Sie mit einem Bescheid nicht einverstanden sind. Dieser muss spätestens einen Monat nach Erhalt bei der Behörde ankommen. Dann ist erstmal die Frist gewahrt. Es kann nichts passieren. Den Widerspruch können wir für Sie schreiben. Es fallen keine Kosten an.
  • Anträge und Widersprüche nur schriftlich einreichen oder direkt bei der Behörde niederschreiben lassen!
  • Ein Sachbearbeiter bewilligt etwas mündlich oder lehnt es ab? Schreiben Sie sich Datum, Uhrzeit, Namen, Zimmernummer und Gesprächsinhalt auf. Sie können auf eine schriftliche Entscheidung bestehen. Gemäß § 33 II SGB X haben Sie Anspruch darauf. Zudem lassen Sie sich den Gesprächsvermerk aus Verbissystem ausdrucken.
  • Öffnen Sie Briefe sofort vemerken Sie Eingang auf Brief.

Weitere Tipps:

  • Machen Sie sich immer eine Kopie des abgegebenen Schreibens – für Ihre eigenen Unterlagen und den Anwalt.
  • Sortieren Sie in einem eigenen Ordner alle Bescheide und Schreiben der Reihe nach und heben Sie diese auf. Glauben Sie uns: Das spart im Streitfall bares Geld.

Lesen Sie im nächsten Teil 3 (3/10):  Wie vermeiden Sie Sanktionen? Praktische Tipps